E-Autos aus Kohlefaser
Der Münchener Autobauer BMW plant ein ultraleichtes Elektrofahrzeug zu entwickeln, dessen Karosserie größtenteils aus Kohlefaser besteht. Bisher macht BMW um das „Megacity Vehicle“(MCV) noch ein großes Geheimnis und verrät nur, dass das Kohlefahrzeug im Leipziger Werk gebaut werden soll. Erst wenn das Fahrzeug serienreif ist soll näheres bekannt gegeben werden, sicher ist jedenfalls jetzt schon, dass das Kohlefaser-Auto den Markt und die ganze Branche revolutionieren kann.
Mit dem Chemiekonzern SGL Carbon hat sich BMW zu einem Joint Venture zusammengeschlossen und sucht derzeit nach einem geeigneten Standort für das Joint Venture, vorzugsweise in Nordamerika. Kohlefaser wird von Experten als Werkstoff der Zukunft bezeichnet, allerdings ist es auch beim Flugzeugbau bisher noch nicht gelungen, die Kohlefaser, die leicht splittert und sehr hart ist, gewinnbringend zu verarbeiten.
Sollte es BMW also wirklich gelingen ein Auto, das hauptsächlich aus Kohlefaser besteht, herzustellen könnten die Bayern nicht nur den größten Konkurrenten im Premium-Segment Audi abhängen, sondern mit dem Kohlefaser-Auto auch einen Weg aus der Krise um die Elektroautos bahnen. Das Problem der E-Autos ist, dass die Batterien sehr schwer sind, zusammen mit einem schweren Auto verbrauchen die E-Autos viel Energie. Da die Batterien in nächster Zeit nicht kleiner oder leichter werden hat BMW sich überlegt die Autos leichter zu machen. Das Carbon-Auto ist aber nicht als Marktnischenfüller gedacht, sondern soll für die breite Masse in einer eigenen Modellreihe produziert werden.
Neue intelligente Konzepte
Das MCV soll also als Untermarke von BMW vermarktet werden und somit von dem wertvollen Namen BMW, der für Qualität und Tradition steht, profitieren. Was den Vertrieb angeht, soll für das Carbon-Auto ein neues und intelligentes Konzept aufgestellt werden, bei dem es nicht mehr darum geht das Auto beim Hersteller mit einem Autokredit zu kaufen und es für lange Zeit zu besitzen. Beim MCV soll es dann möglich sein das Auto auf Zeit zu nutzen, je nachdem, ob man damit im Stadtverkehr fährt oder es für Langstrecken nutzt fällt dann der Preis aus. Aus Konzernkreisen werden Vermutungen laut, nach denen das Carbon-Auto bereits ab 2015 auf den Markt kommen soll, Experten sehen das sehr skeptisch und rechnen erst zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Auto aus Kohlefaser.
2010 soll es nach einigen Verlusten, bedingt durch die Krise im vergangenen Jahr, wieder bergauf gehen. Die Sparmaßnahmen sollen Früchte tragen und BMW in diesem Jahr ein Konzernergebnis liefern, das weit über dem des letzten Jahres liegt. Für die nächsten zehn Jahre haben sich die Münchener, neben dem Carbon-Auto, einiges vorgenommen und wollen im Jahr 2020 die Konkurrenz mit großem Abstand hinter sich lassen und zum führenden Autohersteller im Premiumsegment werden. Ob der Konzern seine ehrgeizigen Ziele erreicht und mit dem MCV die Automobilbranche revolutioniert wird sich zeigen, es ist aber gar nicht so abwegig und mit dem Ehrgeiz und dem Optimismus den die Bayern haben wird es sicherlich auch möglich.